Die Wachau
Die Wachau ist ein 36 km langes Durchbruchstal entlang
der Donau. Sie entstand, weil die Donau zwischen Emmersdorf
und Melk im Westen sowie Stein und Mautern im Osten den
Dunkelsteinerwald vom Waldviertel abtrennt und sich so
an manchen Stellen mehr als 700 m tief in die Rumpfgebirgslandschaft
der Böhmischen Masse eingegraben hat.
Die Wachau ist seit der Steinzeit aufgrund ihres milden Klimas und der vielfältigen
Vegetation und Landschaft Siedlungsgebiet für den Menschen. Die bekannteste
Zeugin dafür ist die ca. 29.000 Jahre alte weltberühmte Statuette "Venus
von Willendorf". Sie wurde vor fast 100 Jahren beim Bau der Donauuferbahn
im kleinen Ort Willendorf in der Oberen Wachau gefunden.
Von dieser ungebrochenen Besiedelungsgeschichte zeugen auch die zahlreichen
eng zusammengedrängten und außerordentlich pittoresken Dörfer,
Märkte und Städte, die sich wie Perlen an einer Kette entlang des Stromes und
mitunter auch in den Seitentälern aufreihen. Gehen viele Ortschaften am
Südufer auf römische Kolonisation zurück, wurde das zur Römerzeit
germanische Nordufer ab dem Mittelalter sukzessive urbar gemacht.
Mächtigstes Zeugnis dafür sind die unzähligen
Trockensteinmauerterrassen. Viele davon sind mehrere hundert Jahre alt und
ermöglichten erst die Kultivierung des Weins an den steilen, aufgrund
ihrer bodenkundlichen und klimatologischen Bedingungen aber für hochwertige
Weinproduktion bestens geeigneten Hängen. Gelenkt wurde diese Kultivierung
vor allem von donauaufwärts gelegenen Klöstern. Manche Orte in
der Wachau kamen daher erst Jahrhunderte nach dessen Entstehen zu Österreich.
Mit der radikalen Verweltlichung der deutschen Klöster im Jahr 1803 waren
auch viele der Wachauer Winzer plötzlich auf sich gestellt. Jahrzehnte des Verfalls
folgten. Erst als Ende des 19. Jahrhunderts allgemein der Trend zur Sommerfrische
einsetzte, entdeckte man auch die Wachau wieder – diesmal als Ausflugs-
und Urlaubsziel. Besonders den Künstlern hatten es die besondere Morbidität,
der Charme der „alten Zeit“ sowie das besondere Licht in dieser
einzigartigen Landschaft angetan. Zahlreiche Meisterwerke aus dieser Zeit zeugen
heute noch von dieser Aufbruchsstimmung.
Unterstützt wurde die neue Rolle der Wachau als Tourismusziel durch den
Bau der Donauuferbahn Anfang des 20. Jahrhunderts am Nordufer sowie später
durch den Bau der beiden Bundesstraßen am Nord- und Südufer. Alle
gelten noch heute als Musterbeispiele für landschaftsangepassten Verkehrswegebau.
Von wesentlicher Bedeutung für die Zukunft der Landschaft war der erfolgreiche
Kampf gegen den Bau eines Donaukraftwerks bei Rührsdorf in den siebziger
und achtziger Jahren. Als Folge dieser Ereignisse bewarb sich die Wachau erfolgreich
um das Europäische Naturschutzdiplom des Europarats und die Auszeichnung
als UNESCO-Welterbe. Die Zukunft der Wachau ist damit zur Sache der gesamten
Menschheit geworden.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts befasst sich die Wachau auch aktiv damit,
die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen der Region gezielt durch Regionalentwicklungsprojekte
zu verbessern und gleichzeitig durch entsprechende Maßnahmen die Sicherung
der Substanz dieser einzigartigen Landschaft zu erhalten und zu verbessern. |
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Schloss Schönbühel
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