Das UNESCO-Welterbe

Die UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt

Die Welterbekonvention wurde 1972 von der Generalkonferenz der UNESCO beschlossen, um jenes natürliche und kulturelle Erbe auszuwählen und in einer Liste des Welterbes zu erfassen, das von außergewöhnlichem Interesse und Wert für die gesamte Menschheit ist.

Der Konvention sind bisher 191 Staaten beigetreten. 161 davon haben bisher insgesamt 1.007 Stätten in die Liste des Welterbes eingetragen: Davon sind 779 Gegenstand des Kulturerbes, 197 des Naturerbes und 31 sogenannte "gemischte Schutzgüter".

Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichtet sich jedes Land dazu, die innerhalb seiner Grenzen gelegenen, in die Welterbeliste eingetragenen Denkmäler von außergewöhnlicher, weltweiter Bedeutung zu schützen und zu bewahren.


 

Die Altstadt von Krems

Die Kulturlandschaft im Sinn der Welterbekonvention

Die Wachau ist in der Kategorie "Kulturlandschaft" in die Liste des Welterbes eingetragen und damit Teil des Weltkulturerbes. Sie wird im Sinn der Richtlinien als fortbestehende Landschaft gesehen, welche nach wie vor von einer Kultur geprägt wird und ihre traditionelle Lebensweise fortführt. Kultur und Landschaft beeinflussen einander nach wie vor und tragen das Ihre zur laufenden Entwicklung der Landschaft bei.

Weitere Beispiele für Landschaften, die nach denselben oder ähnlichen Kriterien wie die Wachau in die Welterbeliste eingetragen sind, sind z.B. das Mittelrheintal zwischen Koblenz und Rüdesheim (Deutschland), die Weinterrassenlandschaft Lavaux am Genfer See (Schweiz), das Loiretal zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes (Frankreich), Portovenere-Cinque Terre (Ligurien/Italien), das Obere Dourotal (Portugal), die Reisterrassen der Philippinischen Kordilleren, die Mapungubwe-Region (Südafrika), die Region Aranjuez (Spanien), der südliche Teil der Insel Öland (Schweden), die Landschaft um die Liechtensteinschlösser in Lednice und Valtice (Südmähren/Tschechische Republik) oder die Weinlandschaft Tokaj (Ungarn).

 

 

Kalvarienberg in Mühldorf

Österreich und die Welterbekonvention

Österreich trat dieser Konvention 1992 bei. Seitdem wurden 9 Stätten in die Welterbeliste aufgenommen:

  • Die Altstadt von Salzburg (1996),
  • Schloss und Park Schönbrunn (1996),
  • die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut (1997),
  • die Semmeringbahn samt der sie umgebenden Kulturlandschaft (1998),
  • die Altstadt von Graz (1999),
  • die Kulturlandschaft Wachau samt den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt von Krems (2000),
  • die Kulturlandschaft Fertő -Neusiedler See (gemeinsam mit Ungarn, 2001),
  • die Altstadt von Wien (2001),
  • die prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen (transnationale Stätte, 2011).

Verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der UNESCO-Welterbekonvention ist das Bundesministerium für Bildung. Unterstützung erhält es dabei von der Österreichischen UNESCO-Kommission sowie der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich. Eine wesentliche fachliche Beratungsfunktion kommt ICOMOS zu, einer internationalen Vereinigung von Experten aus dem Bereich Kulturgüterschutz.

 

 

Friedensdenkmal von
Erich Pummer in Unterbergern

Die Nominierung der "Kulturlandschaft Wachau mit den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt von Krems" als UNESCO-Welterbestätte

In den Jahren 1998 und 1999 wurden durch den Arbeitskreis zum Schutz der Wachau, die "Alliance for Nature" und die NÖ. Landesregierung Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung der Wachau durchgeführt, die in einstimmige Beschlüsse aller Wachaugemeinden mündeten, die Bemühungen um das Prädikat "Weltkulturerbe" zu unterstützen. Dabei wurde Einigung erzielt, als Schutzgebiet das "Europadiplomgebiet Wachau" enklavenhaft erweitert um die Altstadt von Krems und um das Stift Göttweig einzureichen.

Ende Juni 1999 erfolgte schließlich die offizielle Antragstellung durch Österreich bei der UNESCO-Kommission, die "Kulturlandschaft Wachau mit den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt Krems" zur Welterbestätte in der Kategorie "Kulturlandschaft" zu erklären. Am 30.11.2000 wurde von der UNESCO-Kommission in Sydney beschlossen, die Wachau in die Liste des Weltkulturerbes einzutragen.

 

 

Stift Göttweig

Konsequenzen der Eintragung der Kulturlandschaft Wachau in die Liste des Welterbes

Für den Arbeitskreis Wachau wurde mit der Eintragung der Wachau in die Liste des Weltkulturerbes ein Höhepunkt im damals nahezu 30-jährigen Bestehen erreicht. Nach der Abwehr des Donaukraftwerkes inmitten der Wachau (1971 bis 1984), der weitgehenden Einschränkung des Schwerverkehrs (1985 bis 1994) und der Erlangung des Europäischen Naturschutzdiploms (1975 bis 1994) ist nun der Schutz der Wachau vor großtechnischen und sonstigen substantiellen Eingriffen zur Sache der internationalen Staatengemeinschaft geworden. Das Prädikat "Weltkulturerbe" ist eine Würdigung der Lebensleistung jener, die in der Vergangenheit maßgeblich zur Erhaltung der Wachau beitragen haben, wie insbesondere die Ehrenvorsitzenden des Arbeitskreises, Altbgm. Franz Hirtzberger und ÖR Josef Jamek.

Henry Cleere, als internationaler Experte der ICOMOS mit Fragen des Welterbes befasst, meint zu den Voraussetzungen einer "fortbestehenden Landschaft": "Eine Landschaft, die zum Zeitpunkt ihrer Eintragung in die Welterbeliste in ihrem damaligen Zustand "eingefroren" ist, kann logischerweise gar keine "fortbestehende Landschaft" sein."

Daraus folgt, dass eine Auszeichnung als Welterbe gelebt werden muss. Eine Eintragung in die Liste des Welterbes ist mit keinerlei Gesetzes- oder Verordnungscharakter verbunden, es werden keine neuen Kompetenzen eingeführt. Das bisherige Regelwerk auf bundes- und landesgesetzlicher Ebene bleibt vollinhaltlich aufrecht.

Die Auszeichnung als Welterbe ist aber nicht nur der Nachweis für den universellen Wert einer Kulturlandschaft. Sie ist Beweis für die Tatkraft und die Verankerung dieses Gedankens in der Bevölkerung einer Region. Zusätzlich unterstützt sie jene, die bereit sind, Verantwortung zu tragen und etwas mehr als das Übliche zu tun - denen ökologische Zusammenhänge wichtig sind, denen der regionale Zusammenhalt und Charakter am Herzen liegt und die im gemeinsamen Gestalten der Heimat eine Chance sehen.

Aus diesem Grund wurde in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit der Wachaugemeinden weiter gestärkt. Der Arbeitskreis Wachau etablierte sich als Diskussionsplattform und Abstimmungsinstrument gerade in Fragen des Welterbes. Durch die entsprechende finanzielle Unterstützung über die Förderprogramme LEADER+ und LIFE NATUR ist bis über die Mitte des laufenden Jahrzehnts die finanzielle Unterstützung der gemeinsamen Zielsetzungen gesichert.

 

 

Kartause Aggsbach

Herausforderungen in der Zukunft

Überlegungen über die künftige Aufgabenverteilung in der Regionalentwicklung der Wachau beginnen bereits jetzt. In Anbetracht der nicht unbegrenzt vermehrbaren Mittel ist es umso wichtiger, in Richtung eines tatsächlichen umfassenden Netzwerks aller regionalen Kräfte zu arbeiten.

2015 wird, nach jahrelangen Vorbereitungen, endlich ein umfassender Managementplan für das UNESCO-Welterbe ausgearbeitet.

UNESCO
UNESCO-Welterbe
Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt
Österreichische UNESCO-Kommission
Kulturabteilung des Landes Niederösterreich
ICOMOS Österreich

Schloss und Garten Schönbrunn
Altstadt von Salzburg
Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut
Semmeringbahn
Altstadt von Graz
Fertő-Neusiedler See
Altstadt von Wien
Prähistorische Pfahlbauten

 

Weinkeller des Nikolaihofs in Mautern